Die negativen Seiten vom Fernstudium mit Kind + passende Lösungen

Es ist 3:47 Uhr und das Babyphone geht an. Ein Husten, ein Schniefen und ich weißt schon was jetzt wieder kommt. Das klingt hart, aber ich denke viele Eltern wissen was ich meine, wenn Ihr Kind zum gefühlt millionsten mal Krank ist: "Bitte nicht schon wieder"... Ein Fernstudium mit Kind hat leider auch negative Seiten.

"Bitte nicht schon wieder!"

Der Terrorkrümel ist wieder krank. Die Nacht ist früh zu Ende und ich stehe auf um den Terrorkrümel zu trösten. Mal sehen, was ich tun kann damit es erträglicher für Sie wird. Morgens, schon jetzt übermüdet, rufe ich beim Kindergarten an um Sie krank zu melden, schon wieder…

Vor ein paar Monaten habe ich mich noch so für sie, aber auch für mich gefreut, dass es mit dem Kindergarten los geht.

Sie hat betreute Zeit. Menschen, die dafür ausgebildet sind, sie zu fördern. Sie kann mit anderen Kindern spielen. Etwas was man selbst ab einem gewissen Alter einfach nicht in dem Maße leisten kann.

Und für mich habe ich mich gefreut: Endlich wieder etwas mehr Zeit, die ich zu 100% nutzen kann, für das Studium, die Arbeit, einfach für mich als Person und nicht nur als Mama.

Pustekuchen…

Die Eingewöhnung lief super. Sie freut sich jeden Tag auf den Kindergarten. Doch schon nach 3 Wochen fing es an: Die erste Schnodder Nase.

Halb so wild, ein paar Tage auskurieren und weiter gehts. Auch meinen Plänen bzgl. Studium und so weiter hat das nicht sonderlich geschadet.

Keine 2 Tage im Kindergarten, da kündigt sich schon die nächste Schnodder Nase an.

Und so geht es seit dem immer wieder, mal nur eine Schnodder Nase mal eine Bronchitis und und und…

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Der Plan war für die Katz´

Ich hatte alles durchgeplant.

Das Modul wollte ich in 2 Wochen abschließen. Ich hatte sogar einen großzügigen Puffer eingeplant.

Aber nicht nur der Terrorkrümel ist krank, mich hat es auch schon wieder erwischt und er Schlafmangel tut sein übriges. An lernen ist da nicht mehr zu denken, der Puffer schrumpft und der Klausur Termin rückt immer weiter in die ferne und nicht mal wirklich planbar.

Es ist frustrierend, für alle.

Der Druck steigt, und die Motivation sinkt. Ich muss sagen bis zu dem Zeitpunkt, wo der Terrorkrümel in den Kindergarten gekommen ist, hatte ich es echt leicht das alles zu organisieren und zu planen.

Aktuell ist es hart und mein altes System funktioniert nicht mehr.

Ein neuer Plan muss her, ohne Druck ohne Frustration und flexibel genug um all das aufzufangen ohne zu stagnieren…

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Und jetzt?

Ich habe Dir hier zwei ältere Blog Beitrage verlinkt in denen ich meine frühere Planung zeige, wo noch alles recht entspannt und planbar war.

Wie dort erklärt habe ich früher rückwärts geplant, mir ein Datum für die Klausur angepeilt und die ToDos verteilt. Ich wusste wie lange ich ca. brauche und so hat es gut für mich funktioniert.

Durch die oben beschriebenen Umstände kann nicht mehr abschätzen, wie lange es braucht. Jederzeit könnte eine neue Schnodder Nase Hallo sagen.

Nachdem ich ein paar Wochen gar nichts mehr für mein Studium getan habe, war der Frust entsprechend hoch und ich hing auch weit hinter dem Zeitplan.

Wenn du dich für ein Fernstudium mit Kind entscheidest, sei dir bewusst: wenn du nicht eine riesige Familie zur Unterstützung hast, oder ein Kind mit einem Immunsystem wie Hulk, wirst du zwangsläufig irgendwann hinter dem Zeitplan liegen. Das ist kein Weltuntergang, es sollte dir nur bewusst sein um unnötigen Frust zu vermeiden. 

Ich habe für mich zwei Lösungsansätze gefunden, mit dem ich das ganze nun etwas besser händeln kann.

Meine Lösungsansätze

  1. Akzeptieren wie es gerade ist und nicht dagegen ankämpfen
  2. Planen ohne Druck

Wie sieht das in der Praxis aus?

Zu Punkt eins: was bringt es dir, wenn du dich jetzt auch noch selber unter Druck setzt?

Du kannst aktuell eh nichts daran ändern. Es bringt nichts dich übermüdet oder zwischen Tür uns Angel mal kurz an den Schreibtisch zu setzen. Vor allem, wenn auch dich die Schnodder Nase überfallen hat, ist die Wahrscheinlichkeit sowieso sehr gering, dass du wirklich Stoff aufnimmst.

Nimm dir Zeit für Dich und deine Familie, kuriert Euch aus, soweit es möglich ist. Sage dir ganz klar, in den nächsten Tagen machst du nichts für dein Studium. Du fängst wieder an wenn du fit bist, und das ist okay so.

Das nimmt den Druck raus und du hast nicht mehr deine eigenen Deadlines im Nacken sitzen.

Zu Punkt zwei: Ich persönlich habe meine Art der Planung in soweit angepasst, dass ich mir kein Enddatum des Moduls mehr festlege.

Die Grundplanung ist die selbe, nur ist die verfügbare Zeit die ich mir selbst gebe mehr geworden und der Puffer größer.

So ist die Motivation auch noch gegeben wenn es mal wieder nicht mitläuft.

Ich lege am Anfang kein Datum mehr für die Klausur fest, sondern erst wenn ich denke so langsam wird das was. So habe ich meinen Roten Faden dem ich folgen kann, aber keinen Druck mehr.

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Fazit

Mir ist bewusst, dass dieser Beitrag wohl eher negativ und abschreckend klingt ein Fernstudium mit Kind zu beginnen, nur ist das ganze kein Ponyhof. Und das sollte dir von Anfang an klar sein.

Es ist machbar keine Frage, und nicht die ganze Zeit ist es so hart.

Aber es wird immer wieder Phasen geben wo es genauso ist.

Die Fernunis werben mit Ihrer Flexibilität womit Studium und Familie ein Kinderspiel ist,…

Aber die Wahrheit ist, die Flexibilität hilft auf jeden fall aber leicht ist es nicht.

Du wirst deine Taktik immer wieder anpassen müssen. Du brauchst sehr viel Motivation und Disziplin um dein Ziel zu erreichen.

Wenn dir das klar ist, kannst du es schaffen.
Du bist nicht allein!

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