Fernstudium mit Kind*ern

Fernstudium mit Kind

Ist ein Fernstudium mit Kind*ern wirklich machbar? Die Fernunis sagen definitiv "Ja" aber wie sieht die Realität aus? Ich habe ein paar Eltern gefragt, wie Sie das ganze empfinden und angehen. Lese hier die ehrlichen Berichte wie es wirklich ist, mit Kindern ein Fernstudium zu absolvieren.

Du bist grade mitten in einer Lernsession und dann geht das Babyphone an. Die erste Unterbrechung. Du startest später am Tag einen neuen Versuch, während dein Kind vielleicht im Kindergarten oder der Schule ist. Das Telefon klingelt, du sollst dein Kind abholen… Die Nacht war kurz, immer wieder Unterbrechungen und am nächsten Tag bist du total fertig und die Lernsession die du dir vorgenommen hast, liegt nicht im Rahmen des Möglichen…. Dein Plan verschiebt sich immer mehr, die Frustration wächst. Dann lächelt dich dein Kind an und all das ist vergessen.

Inhalt

Fernstudium mit Kind, die Realität...

Kurze Nächte, hoher Kaffeekonsum, schlechtes Gewissen, Texte zig mal Lesen um sie zu verstehen, Lernen zwischen Legosteinen und Kindergeschrei. Klingt erstmal negativ und sind mit Sicherheit nicht die optimalsten Bedingungen für ein erfolgreiches oder geschweige denn entspanntes Fernstudium. Es lohnt sich dennoch. Ich habe ein paar Eltern gefragt, wie sie das ganze angehen und ob sie Tipps für Euch haben. Falls du auch Kind*er hast und ein Fernstudium in Betracht ziehst, ist dieser Blogbeitrag für Dich.

Michael schreibt:

„Fernstudium, so klappt´s auch mit Kind – Meine wichtigsten Tipps

Ich stecke mitten in der Vorbereitung für die nächste Klausur, dann kommt der Anruf vom Kindergarten. Mein Sohn hat erhöhte Temperatur und muss sofort abgeholt werden. Auf mein Fernstudium bezogen heißt dies, die Prüfungsvorbereitung wird erstmal unterbrechen denn die Gesundheit des Nachwuchses geht nun mal vor.

Mein Name ist Michael, ich bin Vollzeit Familienvater und Fernstudent an der IU – Internationalen Hochschule. Zusammen mit meiner Familie lebe ich in Shanghai und betreibe als Praxisprojekt einen Blog zum Thema berufliche Weiterbildung.

Was ich dir anhand meiner Erfahrungen heute mit auf den Weg geben möchte ist, dass ein Fernstudium mit Kind eine sehr gute und vor allem flexible Möglichkeit der Weiterbildung darstellt. Allerdings kann mit Kindern immer mal was dazwischenkommen, was du bereits bei der Planung berücksichtigen solltest.

Bezogen auf das Eingangsbeispiel bedeutet dies, dass ich natürlich eine Verzögerung von 1-2 Wochen im Studium hatte. Aufgrund der Flexibilität im Fernstudium war es mir jedoch möglich, die Online-Klausur um „nur“ zwei Wochen zu verschieben. Im Präsenz-Studium müsste in so einem Fall entweder auf den nächsten Prüfungstermin gewartet oder alternativ die Klausur mit einer schlechten Leistung abgegeben werden.  

An dieser Stelle meine zwei wichtigsten Tipps für die Planung eines Fernstudiums mit Kind:

  • Rechne für ein Fernstudium mit Kind bereits bei der Wahl des Studienmodells mindesten 30 Prozent Puffer Zeit für ungeplante Dinge mit ein.
  • Kalkuliere nicht mit der festen Unterstützung bei den Kindern von z.B. Eltern und Verwandten. Denn auch diese können mal ungeplant ausfallen.

Noch mehr hilfreiche Tipps und Infos findest du auf meinem Blog im Erfahrungsbericht zum IU-Fernstudium.

Wenn du dich nun an die Erfahrungen der Kommilitonen:innen aus diesem Artikel hältst und diese auf deine persönliche Situation überträgst, steht einem erfolgreichen Fernstudium nichts mehr im Weg.

Alles Gute und herzliche Grüße aus Shanghai

Michael“

Astrid schreibt:

„Von der examen. Altenpflegerin über den Fachwirt zum Bachelor

Hallo zusammen, ich heiße Astrid, bin noch 32 J und Mutter einer 4 jährigen kleinen Dame.

Als Tamara von Fernuni Planer gefragt hat, ob ich etwas dazu schreiben möchte, wie das Studium mit Job und Kind vereinbar ist, war ich sofort begeistert von der Idee. Also hier nochmal ein großes Dankeschön an dich.

Ich habe 2010 meinen Abschluss als examen. Altenpflegerin gemacht und seitdem viele Stationen der Alten-, Kranken- und Jugendpflege absolviert.

Auch als Leitung eines ambulanten Pflegedienstes war ich tätig und um dieser Tätigkeit gerecht zu werden, habe ich 2016 meinen Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen abgeschlossen.

Doch irgendwann kam der Punkt der Erschöpfung und ich habe eine Stelle außerhalb der direkten Pflege angenommen.

2017 kam dann meine Tochter zur Welt und die Karriere sowie der Job waren nicht mehr der Mittelpunkt meines Tuns.

Nach der Elternzeit kam dann der Punkt-Zurück ins Berufsleben.

In meinen alten Job im Außendienst konnte ich in Teilzeit nicht mehr zurück und Vollzeit mit einem 1,5 Jahre alten Kind kam für mich persönlich nicht in Frage. Mal abgesehen davon, dass es Betreuungsmäßig gar nicht möglich gewesen wäre.

Also blieb nur der Schritt zurück in die Pflege und umso flexibel wie möglich zu sein um nicht ständig Kind krank machen müssen, nahm ich eine Tätigkeit als Dauernachtwache im Krankenhaus auf Teilzeitbasis an.

Am Anfang wirklich super, doch jeden Nachtdienst alleine, kein Austausch mit Kollegen, zu Hause ein kleines Mädchen und einen Vollzeit berufstätigen Ehemann , ich fühlte mich „dumm“. Mir fehlte der Austausch, mich zu fördern und fordern.

Und so kam nach langem überlegen, der Schritt zum Studium. Mein Weg mich selbst zu fordern, mein Wissen zu erweitern und hoffentlich wieder der Schritt raus aus der aktiven Pflege.

Einfacher gedacht als getan J.

Die Anmeldung und die Anerkennungen für meinen bisherigen Werdegang waren schnell erledigt. Zum 15.10.19 ging es los.

Ich studiere B.A. Gesundheitsmanagement in Teilzeit 2 im Fernstudium an der IU und bin aktuell im 4. Von 12. Semestern.

Die ersten 2 Semester waren wirklich schnell und einfach, da ich durch den Fachwirt vieles anerkannt bekommen habe und mich so, schnell durcharbeiten konnte.

Doch dann gingen die neuen Themen los, unbekanntes Terrain.  Eine Klausur musste ich wiederholen, danach das nächste, für mich, schwierige Thema. Die Motivation ließ nach, jeden Tag das Gefühl, man wäre dumm und könne gar nichts.

Ich habe definitiv in einem großen Loch gesteckt und ohne meinen Partner hätte ich das Studium an dem Punkt definitiv hingeschmissen. 

Doch hier bin ich, aktuell bei dem Modul Statistik, ja auch das ist verdammt schwer, aber ich werde das schaffen.

Denn ich möchte es für mich und meine Familie. Ich möchte 2025 meinen Bachelor. Ich möchte im betrieblichen Gesundheitsmanagement arbeiten, ich möchte etwas für die Gesundheit in meinem Beruf verbessern.

Deswegen mein Tipp, schreibt euch auf:

  • Warum mache ich dieses Studium
  • Habe ich einen Weg B
  • Wer kann mich wie unterstützen
  • Wie kann ich mich motivieren

Es wird immer Tage geben, an denen ihr denkt, ihr schafft es nicht. Das Thema werde ich nie kapieren. Doch genau dort, dürft ihr nicht aufgeben.

Ich plane mir in meinem Nachtdienst frei, jeden Tag mindestens 2 Stunden bis maximal 3,5h Lernzeit ein während die Kleine im Kindergarten ist und versuche dass jeweilige Modul innerhalb von 2 Monaten abzuschließen um im Zeitplan zu bleiben. Wenn die Nachtdienste ruhig sind, ist auch mal dort Zeit zum lernen und wird natürlich genutzt. Bisher klappt es sehr gut, aber ich weiß, dass ich gerade mal 1/3 geschafft habe und noch ein langer Weg vor mir liegt.

Deswegen ist  im Fernstudium der Austausch mit anderen sehr wichtig. In den jeweiligen Modulgruppen gibt es immer jemand der einem die Frage erklären kann, oder man hat sogar im Freundeskreis jemanden.

Nehmt diese Hilfe an und seid auch ehrlich zu euch, wenn einem mal alles über den Kopf wächst. Das ist normal und gehört doch irgendwie zum Mutter-sein dazu J.

Aktuell ist das Studium mit ständigem Lockdown, Quarantäne ect. definitiv nicht einfach. Die Kids zu Hause, vllt. sogar mit Homeschooling, dazu einen  Job und dann noch ein Studium. Ihr seht, allein vom dran denken, raucht der Kopf.

Man muss lernen auch mal abzugeben, Hilfe anzunehmen und leider auch mal den Fernseher anzuschalten um irgendwie jedem gerecht zu werden.

Doch irgendwann haben wir es geschafft, haben unseren Bachelor/Master. Und dann hoffentlich den Sprung in unsere Zukunft.

So genug geschrieben, ich drück euch die Daumen, falls ihr euch für ein Studium entscheidet und wenn nicht. Jeder geht seinen Weg. Hauptsache man ist am Ende glücklich gewesen.“

Luisa schreibt:

„Hallo Ihr Lieben,
Ich bin Luisa, 25 Jahre, und die, die hinter dem Account Mama_auf_Zeit steckt.
Ich übe den Beruf als Bereitschaftspflege aus, deshalb der Name. Aber bei mir geht es nicht nur um das Thema, sondern auch um mein Fernstudium, welches ich noch nebenbei absolviere.
Das erste was mir, als ich von der lieben Tamara gefragt wurde, ob ich etwas zum Thema Studium und Kinder sagen kann, einfiel was das Wort Spontanität!

Wirf deine bisherigen Pläne über Bord und entwickle Neue! Klingt vielleicht hart, aber ist so. Entweder du steckst gerade in einem Studium und bekommst ein Kind, dann passt dein bisher geplanter Ablauf nicht mehr, oder aber du möchtest ein Studium beginnen und hast schon ein (mehrere) Kind(er), dann wird dein Alltag sich auch verändern.
Was nicht heißt, dass es schlecht wird und du es lieber lassen solltest. Was aber auch nicht heißt es wird einfach.
Sei flexibel in dieser Zeit- versuche spontane freie Zeiten zu nutzen um zu lernen. Versuche lernen und Alltagssituationen zu verbinden. Z.b Bügeln und ein Tutorium anschauen oder Karteikarten durchgehen…
Aber gönn dir auch Zeiten, wo du mal nichts machst. Gerade das empfinde ich als sehr wichtig. Oft werfe ich mir vor, dass ich wieder nichts gemacht habe. Aber habe ich denn wirklich NICHTS gemacht? Ist Kinderbetreuung, kochen, Wäsche machen, Partnerzeit, aufräumen und sauber machen alles NICHTS?
Ich denke nicht, dass ich immer nichts mache, sondern ganz schön viel.
Falls du den Gedanken mal haben solltest, verdränge ihn schnell. Aber nimm diese Dinge trotzdem niemals als Ausrede nichts für die Uni zu machen. Sei flexibel und motiviert dich auch mal abends hin zu setzen. Es kann alles klappen, wenn man es will. Wichtig ist, dass du es wirklich möchtest und dein Ziel vor Augen hast. Und gib dir Zeit, dass ihr euch alle darauf einstellt.

Sprich es z.b auch mit deinen Kindern oder deinem Partner ab, wenn du lernen willst, so dass es jeder weiß. Plane dir trotzdem feste Zeiten ein, auch wenn du sie evtl. nicht halten kannst, es wird nicht immer so sein.
Aber trotz aller Absprache und allem geplanten: sei spontan – denn gerade wenn du dich fürs Lernen entschieden hast – schreit jemand aus dem Babyphone 😉

Meine eigenen Erfahrungen und Tipps

Michael, Astrid und Luisa geben Euch schon einen guten Einblick, wie es ist mit Kind ein Fernstudium zu absolvieren.
Als meine Kleine zur Welt kam, war ich mitten in meinem ersten Fernstudium und nach dem Urlaubssemester habe ich eine Weile gebraucht, um wieder rein zu kommen. Bei jedem Muks meiner kleinen war ich wieder komplett raus. Das war am Anfang ganz schön frustrierend, hat sich aber mit der Zeit von selbst gelöst. Zudem war es bei mir so, dass ich manchmal ein schlechtes Gewissen hatte, weil ich mir die Zeit zum lernen genommen habe.

Um das ganze hier zusammenzufassen: Ein Fernstudium mit Kind oder Kindern ist nicht leicht und die Fernunis stellen es meistens leichter da, als es wirklich ist. Die Flexibilität die viele Unis bieten hilft zwar sehr, grade bei solchen Situationen wie oben beschrieben, wenn das Kind mal Krank wird, aber dennoch ist eine Herausforderung.

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass eine gute Planung unerlässlich ist, um das ganze Organisiert zu bekommen. Hierdurch ist z.B. überhaupt erst der Fernuni Planer entstanden.

ABER es ist definitiv machbar, selbst dann, wenn man auch noch arbeitet. Eine Herausforderung, aber machbar.

Meine Tipps:

Plane und organisiere! Klingt vielleicht paradox, weil grade mit Kindern immer etwas dazwischen kommt. Trotzdem hilft ein Plan dir, falls mal alles schief läuft, wieder zurück zu finden. Er gibt dir den roten Faden den du brauchst um nicht, wenn du mal Zeit findest erst überlegen musst, womit du nun überhaupt weiter machst. Versuche dir so gut es geht feste Zeiten einzuplanen auch wenn die Realität oft etwas anders aussieht.

Hier auf meinem Blog findest du viele weitere Blogbeiträge, die dir dabei helfen können, dein Zeitmanagement und deine Organisation zu optimieren.

Eine weitere Empfehlung zu diesen Themen ist der Blog und der Podcast von Janine – Optimiert Organisiert.

Planung Fernstudium
Planung
Real Life
Real Life

Ein Plan ist nur ein Plan! Versuche dich nicht zu sehr zu stressen, wenn dein Plan nicht aufgeht. Bei dem ganzen Stoff den du für dein Fernstudium lernen musst, sollte es an aller erster Stelle stehen, Gelassenheit zu lernen! Auch das ist nicht leicht, aber wenn du das nicht lernst, wirst du auf Dauer sehr unglücklich damit werden. 

Jetzt bist du gefragt!

Hast du Kind*er und absolvierst ein Fernstudium? Was sind deine Erfahrungen und Tipps, wie händelst du das ganze? Würdest du dich wieder dafür entscheiden? 
Teile es mit uns in den Kommentaren.

Kennst du jemanden der überlegt ein Fernstudium zu beginnen aber unsicher ist, ob dies machbar ist? Vielleicht hilft dieser Beitrag bei der Entscheidung.

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